Handmade“, also zu Deutsch Handarbeit, ist wieder groß im Kommen. Was noch letztes Jahrhundert wegindustrialisiert wurde, ist heute für viele ein Garant für Qualität. Da Handarbeit die Umwelt deutlich weniger belastet als industrielle Fertigung deckt sie auch den Markt für Green Fashion, also den der umweltverträglichen Mode, ab. Letzterer ist ebenfalls in den letzten Jahren, im Gleichschritt mit Bio-Nahrung, zum Wachstumsmarkt geworden.

Diese Entwicklung ist sehr gut für die Wirtschaft. Einerseits für die unsere, denn hier entstehen die Arbeitsplätze, die für Handarbeit im eigenen Land benötigt werden und hier entstand und wächst auch der Markt als solcher, welcher der hart umkämpften Bekleidungsbranche neuen raum gibt.

Handmade und Green Fashion sind aber auch der Startschuss für die Wirtschaft vieler Entwicklungsländer. Zum einen gehört zu konsequenter Green Fashion der biologisch verträgliche Anbau von Rohstoffen wie Baumwolle, was vielen kleineren Bauern in Entwicklungsländern, welche von der Globalisierung stark an den Rand gedrängt wurden etwas Entlastung zum Anderen sind die meisten unserer Kleider, die dort gefertigt werden, keinesfalls maschineller Natur sondern Handmade. Das oft kritisierte Phänomen der Niedriglohnnäher ist für viele Menschen, beispielsweise in Bangladesh die einzige Möglichkeit ein überhaupt Auskommen zu finden und im Grunde typisch für die “Geburt” einer funktionierenden Wirtschaft am globalisierten Markt.

Daher sollte auch bei dieser Form von “Handmade” nicht nur auf das, für unsere Verhältnisse, Negative gedeutet und geschimpft werden, sondern man sollte in unseren Breitengraden froh sein das diese Länder überhaupt eine Nische gefunden haben, aus der heraus sich auf lange Sicht eine langsam gesundende Wirtschaft entwickeln kann.